Bauplan: Jugendspezifische Lebensräume
Durch den demographischen Wandel wird die gesellschaftliche Gruppe „Jugend“ zur Randgruppe. Dadurch ändert sich ihre Rolle in der Gesellschaft, aber auch die Formen des Zusammenlebens. Einzelkinder, deren Eltern ebenfalls Einzelkinder sind, wachsen ohne gleichaltrige nahe Verwandte auf. Dieser und anderen Folgen des demographischen Wandels für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen muss die soziale Daseinsfürsorge Rechnung tragen.
Kultur wird sehr unterschiedlich gefördert. Während die Kommunen und Länder für „Erwachsenenkultur“ („Hochkultur“) sehr hohe Beträge aufwenden, gibt es für Jugendkultur im Verhältnis dazu viel weniger Mittel. Dabei werden in jugendkulturellen Einrichtungen neue Wege entwickelt und Jugendlichen erwerben wichtige Kompetenzen, sich auszudrücken und die Welt zu begreifen.
Aus diesen Gründen ist es auch angesichts von sinkenden Zahlen von Kindern und Jugendlichen notwendig, Räume für Jugendliche und für Jugendkultur zur Verfügung zu stellen.
Thesen:
-
Jugendarbeit als Bildungs- und Entfaltungsort für Kinder und Jugendliche muss dem qualitativen Bedarf entsprechend erhalten und ausgebaut werden.
-
Politik muss auch weiterhin gleiche Lebensbedingungen in ganz Deutschland anstreben. Deshalb muss die Bundeszuständigkeit für die Kinderund Jugendhilfe erhalten bleiben.
-
Gerade Kinder und Jugendliche aus Ein-Kind-Familien brauchen Orte wie die Jugendarbeit, an denen sie sich mit anderen Gleichaltrigen treffen können.
-
Die selbstorganisierte Jugendkultur (nicht-kommerzielle Angebote) muss stärker gefördert werden.
-
Die Dimension der kulturellen Bildung und ästhetischen Weltaneignung ist in der Bildungsplanung fest zu verankern.

