Bauplan: Förderung von Familien


In Baden-Württemberg lebt nach wie vor die Mehrheit der Menschen in Familien. Dabei ist der Familienbegriff in Politik und Gesellschaft sehr unterschiedlich gefüllt. Die traditionelle Familienform von verheirateten und lebenslang zusammenlebenden Eltern, bei der der Vater als Ernährer einer Erwerbsarbeit nachgeht und die Mutter zu Hause ist und sich um die Kinder kümmert, ist einer Vielzahl an unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens mit Kindern gewichen. Ziel muss es immer sein, den Kindern ein möglichst optimal gesichertes und begleitetes Aufwachsen in der gegebenen Form zu ermöglichen.

Familien sind bei weitem mehr dem Risiko der Armut ausgesetzt als Menschen, die ohne Kinder leben. Dies liegt auch daran, dass es besonders für allein erziehende Väter und Mütter durch die fehlende bedarfsgerechte Kinderbetreuung schwer ist, angemessener Erwerbsarbeit nachzugehen. Erst wenn Männer und Frauen das Gefühl haben, dass Kinder kein Nachteil für die eigene Lebensplanung sind, entscheiden sie sich für Kinder.

Neben anderer Unterstützung ist es für Familien wichtig, angemessene und bezahlbare Wohnmöglichkeiten zur Verfügung zu haben. Nimmt man die Vorhersagen der ExpertInnen ernst, wird der Bedarf an Wohnraum auch in Baden-Württemberg in spätestens 20 Jahren drastisch sinken. Daher ist es widersinnig, jetzt mit staatlicher Förderung für junge Familien neue Baugebiete zu erschließen, weitere Flächen zu versiegeln und gleichzeitig kommenden Landes- und Bundeshaushalten die Kosten des Rückbaus dieser Siedlungen aufzubürden. Geboten ist stattdessen, Familien, die eine staatliche Unterstützung benötigen, beim Erwerb von Wohneigentum zu fördern. Dabei sollten aber nicht Neubauten, sondern die Sanierung vorhandenen Wohnraums im Vordergrund stehen.

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